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Gleichzeitig mit dem Hundertjährigen Bestehen des Einzelhandels feierte 1981 das Haus Hanewinkel das Fünfzigjährige Jubiläum der Poststelle. Dieses Ereignis sucht seinesgleichen.
Demzufolge übernahm 1931 Wilhelm Hanewinkel die Post in Bredenborn und wurde bestimmt einer der ersten staatlichen Bediensteten im näheren Umkreis. Die Voraussetzungen, die nötig sind, um diese Aufgabe über einen so langen Zeitraum auszuführen, sind schnell aufgezählt. Es sind Ehrlichkeit und Korrektheit. Diese Eigenschaften zeichneten sowohl Wilhelm Hanewinkel als auch den Sohn Heinrich zweifelsohne aus, der die Post in Bredenborn bis weit in die Neunzigerjahre betrieb. Die Älteren in Bredenborn berichten noch heute, dass die Poststelle vorher in verschiedenen anderen Häusern des Ortes war, aber sie konnte sich nirgends etablieren, weil die Versuchungen des Geldes zu groß waren.

Neben dem Laden war die Post wohl die zweite berufliche Leidenschaft von Heinrich Hanewinkel. Mit äußerster Sorgfalt versah er seine Aufgaben, ob nun hinter dem Schalter oder auch davor. Briefe und Pakete annehmen, auswiegen, frankieren, stempeln, sortieren, all das war Routine. Geldanweisungen zu veranlassen oder Telegramme aufzunehmen bzw. zu verschicken war schon anspruchsvoller.

Zur Höchstform aber lief Heinrich Hanewinkel auf, wenn eine Eilnachricht eintraf und zugestellt werden musste. Dann schwang er sich auf sein Fahrrad – manchmal sogar im weißen Kaufmannskittel – und überbrachte in Windeseile die Neuigkeiten.

Private Telefonanschlüsse gab es bis Ende der sechziger Jahre nur wenige im Dorf. Öffentliche gelbe Telefonzellen waren in Bredenborn noch nicht aufgestellt. Es gab aber eine Möglichkeit im Postamt bei Hanewinkels zu telefonieren. Eine Telefonkabine in der Poststelle ermöglichte ein ungestörtes Gespräch. Dazu musste man zunächst den Poststellenleiter bitten, die Telefonnummer von seinem Dienstapparat zu wählen, der dann nach erfolgreicher Verbindung das Gespräch in die Kabine weiterleitete. Für diese Wege der Kommunikation haben viele im Zeitalter von Smartphone und WhatsApp nur ein müdes Lächeln übrig.
Sie vergessen dabei jedoch, die Telefonate, die geführt wurden, waren etwas Besonderes, sie hatten Nachwirkung und waren nicht selten die Schnittstelle wichtiger Lebensereignisse.

Eine sehr wichtige Aufgabe über Jahrzehnte hinweg war die Auszahlung der Renten. Die Rentenempfänger gingen am Monatsende zum Postamt, um ihre „Pfennige“ abzuholen. Manchmal reichte es kaum für ein Pfund Kaffee. Aber umso wichtiger war es, dass auch die Armen des Dorfes etwas Bargeld bekamen, damit sie sich das Notwendigste kaufen konnten.

Zum Betrieb der Post gehörte auch die Kraftpost Sie war nicht nur der moderne Nachfolger der Pferdepostkutsche, sondern nach der Bundesbahn das größte öffentliche Verkehrsmittel nach dem Zweiten Weltkrieg. Im ganzen Land traf man die gelben Postomnibusse an, die überall dort Fahrgäste und den Postsack transportierten, wo keine anderen Verkehrsanbindungen vorhanden waren. So auch in Bredenborn. Eine Haltestelle war direkt vor Hanewinkels Haustür. Die Busreise führte oft nur in die Nachbarorte nach Nieheim oder Vörden. Manchmal war die Haltestelle vor Hanewinkels Tür auch der Ausgangspunkt einer größeren Reise. Der Omnibus brachte die Fahrgäste zum Bahnhof nach Brakel oder Bergheim und von dort ging es dann in die „weite Welt“.

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