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Versetzen wir uns wieder in das Jahr 1881.

Heinrich Drewes, der Geschäftsmann mit Weitblick setzte wirtschaftlich auf eine Doppelstrategie. In der rechten Hälfte des Gebäudes richtete er den Kolonialwarenladen ein und in der linken Hälfte eine Gastwirtschaft. So etwas kannte Heinrich Drewes von zu Hause, denn sein Elternhaus, nur einen Steinwurf entfernt in der heutigen Höxterstraße, betrieb ebenfalls eine kleine Schankstube. Die anfängliche Bezeichnung der Gastwirtschaft lässt sich nicht mehr feststellen, zu einem späteren Zeitpunkt hing über der Eingangstür stolz das Schild „Gasthof Zur Post“ – ab Anfang der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts zog dann auch die Reichspost bei Hanewinkels ein.
Reisende zu Pferd oder mit der Kutsche konnten ihre Pferde im elterlichen Haus beim Bruder Josef unterstellen und versorgen lassen.

Gaststätten der damaligen Zeit hatten einen hohen gesellschaftlichen Wert. Sie waren Treffpunkte zum Feiern und Vergessen, Erfrischungsraum für Reisende, Meinungsbörse für Möchtegernpolitiker oder Refugium für gestresste Ehemänner. Wer hier einkehrte, konnte sicher sein, auf seine Kosten zu kommen. Man trank gerne ein Bier, aber auch einen Fuhrmannschoppen (½l Wein) oder einen Wacholderschnaps (heißt heute Gin). Beliebte Kartenspiele vergangener Jahrzehnte waren Doppelkopf oder Schafskopf und dazu rauchte der Gast genussvoll eine Handelsgold-Zigarre.

Heinrich Hanewinkel war selbst noch ein junger Mann als er die Gaststätte von seinem Vater Wilhelm in den fünfziger Jahren übernahm. In den Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs war der Einsatz für die Gastwirtschaft wohl noch lohnend. Hochzeiten und private Feiern wurden selbstverständlich bei Hanewinkels auf dem Saal gefeiert. Dies war ein großer Raum auf der ersten Etage im hinteren Teil des Hauses, der von einer Außentreppe zu erreichen war. Als besonderes Highlight im Oktober wurde auf Hanewinkels Saal das „Kleinliborifest“ gefeiert und der Getränkeausschank auf dem Libori-Schützenfest wurde ebenfalls lange Jahre von Heinrich Hanewinkel bestritten.

In Zeiten der Not hatte dieser Saal eine völlig andere Bedeutung. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente der Saal als Aufnahmequartier für mehrere Flüchtlingsfamilien aus Oberschlesien. Die meisten davon blieben in Bredenborn und wurden Teil der Gemeinde.

Ende der sechziger Jahre wagte Heinrich Hanewinkel den Neubeginn. Er gab die Gastwirtschaft auf und setzte ganz auf sein neues Selbstbedienungsgeschäft. Das war übrigens auch der Zeitpunkt als er seine spätere Ehefrau Walburga kennenlernte.

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